Entscheidung fällt erst im Januar
26.11.2010, FRANKENPOST
Selb - Die Entscheidung über die Wiederinbetriebnahme der Bahnlinie Selb-Plößberg - Asch, die am Donnerstag in München gefällt werden sollte, ist vertagt worden. Im Januar soll in Selb eine weitere Verhandlungsrunde zwischen Wirtschaftsministerium, Bahn und Vertretern aus der Region stattfinden.
Oberbürger meister Wolfgang Kreil berichtete nach der gestrigen Gesprächsrunde in München, dass die vom Ministerium geforderten 855 000 Euro aus der Region für die Reaktivierung der Bahnlinie inzwischen zugesagt seien, die Summe sogar weit darüber liege. Er habe daher vorgeschlagen den Selber Anteil nicht in diesen Topf zu geben, sondern ihn für die Errichtung von Parkplätzen am Bahnhof Selb-Plößberg und die Renovierung des Gebäudes zu verwenden. "Mein Vorschlag ist sowohl bei den Vertretern des Ministeriums als auch der Bahn nicht auf Widerstand gestoßen", sagte Kreil.
Der Oberbürgermeister verwies außerdem darauf, dass der Wunsch der Stadt Selb, drei weitere Bahnübergänge zu erhalten, auf wenig Gegenliebe gestoßen sei. Er habe daraufhin gefordert, Pläne zu erarbeiten und mit den Betroffenen abzusprechen, wie sie ohne Bahnübergänge ihre Grundstücke erreichen können.
Außerdem habe sich bei dem Gespräch herausgestellt, dass es noch einige ungeklärte Fragen gebe. So sei zum Beispiel nicht sicher, ob man in Tschechien die Pläne, die Gleisanlage vom Ascher Hauptbahnhof bis zur Grenze zurückzubauen, aufgeben werde. Nicht geklärt seien auch eventuelle Umweltrisiken.
"Wir sind einen Schritt weitergekommen", kommentierte Landrat Dr. Karl Döhler am Telefon die Verhandlungen. Jetzt müsse man bei den Gesprächen über die Finanzierung sehen, "was an wem hängen bleibt". Dies erfordere neue Berechnungen und auch Verhandlungen mit dem Innen- und dem Finanzministerium. Auch müsse darüber gesprochen werden, wie die Forderungen des Selber Stadtrats etwa in Bezug auf die Bahnübergänge in dem Gesamtfinanzierungspaket unterzubringen sind. Die Gefahr, dass Zuschüsse wegen Fristüberschreitungen nicht gewährt werden könnten, sieht Döhler nicht.
Für Dr. Klaus von Stetten, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Bahn Cheb-Hof (IG BaCH), ist dieses Ergebnis "schon einmal ein positiver Ansatz". Wenn über die Reaktivierung der Bahnlinie und die Finanzierung noch einmal sachlich diskutiert werden soll, könne man wirklich von einem Schritt nach vorne sprechen. Voraussetzung sei dabei allerdings, dass das bayerische Wirtschaftsministerium die Bindung der Fördermittel an das Projekt weiter aufrecht erhalte. Wenn dies der Fall sei, "dann ist nichts verloren gegangen". |